حَرام (ḥarām)
✗ péché
✓ verboten (religiös) oder heilig (unverletzlicher Ort), französisch: « interdit » oder « sacré »
Wird mit « péché » verwechselt (was im Arabischen ذَنْب dhanb heißt). Ḥarām ist ein weites Konzept: religiöses Verbot, aber auch heilig (al-Masjid al-Ḥarām = die heilige Moschee in Mekka). Das Wort umfasst das rechtliche Verbot, das soziale Tabu und den unverletzlichen Charakter eines Ortes. Eine einzige französische Übersetzung genügt nicht: die Bedeutung muss je nach Kontext präzisiert werden.
حَلال (ḥalāl)
✗ viande conforme au rite
✓ rechtmäßig, erlaubt (umfassendes rechtlich-religiöses Konzept), französisch: « licite » oder « autorisé »
Im Französischen reduziert auf nach muslimischem Ritus zertifiziertes Fleisch, doch ḥalāl ist ein umfassendes rechtlich-religiöses Konzept, das jede erlaubte Handlung oder jedes erlaubte Produkt umfasst: Finanzen, Handel, Verhalten, Ernährung. Die Übersetzung « licite » oder « autorisé » ist dem ursprünglichen arabischen Sinn treuer.
بَرَكَة (baraka)
✗ chance
✓ Segen, andauernde göttliche Gnade, französisch: « bénédiction »
Im Französischen bedeutet « avoir la baraka » « Glück haben ». Der arabische Sinn ist dichter: spirituelle Gegenwart, Fülle, dauerhafter Schutz, übertragbar durch die Heiligen (awliyāʾ) und heilige Orte. Die baraka auf Glück zu reduzieren, lässt die religiöse und kollektive Dimension des Konzepts verloren gehen.
إن شاء الله (in shāʾ Allāh)
✗ peut-être / jamais
✓ so Gott will (bescheidene Verpflichtung gegenüber der Zukunft), französisch: « si Dieu le veut »
Im urbanen Französisch ironisch für « ça n'arrivera jamais » oder « peut-être » verwendet. Ursprünglicher Sinn: bescheidene Verpflichtung gegenüber der Zukunft, Anerkennung, dass keine menschliche Handlung garantiert ist. Je nach Kontext mit « j'espère », « si tout va bien », « avec un peu de chance » übersetzen oder für ein vertrautes Publikum unverändert lassen.
ما شاء الله (mā shāʾ Allāh)
✗ bravo / waouh
✓ bewundernder Ausdruck, der vor dem bösen Blick schützt
Schlecht durch « bravo » oder « waouh » wiedergegeben. Die Schutzfunktion gegen den Neid (al-ʿayn, der böse Blick) ist zentral und hat keine direkte französische Entsprechung. Je nach Kontext: « quelle merveille ! » (reine Bewunderung), « touche du bois » (Schutzfunktion) oder unverändert lassen mit erläuternder Anmerkung.
الحمد لله (al-ḥamdu li-llāh)
✗ louange à Dieu (toujours)
✓ Gott sei Dank / es geht mir gut, danke / glücklicherweise, französisch: « Dieu merci » oder « ça va, merci »
Oft mit « Dieu merci » übersetzt, wird aber auch einfach verwendet, um auf kayfa al-ḥāl mit « ça va » zu antworten, ohne markierten spirituellen Kontext. Niemals systematisch mit « louange à Dieu » in einer modernen Konversation übersetzen: das Register wäre überreligiös. An die Gesprächssituation anpassen.
سلام (salām)
✗ bonjour
✓ Frieden (Gruß und Konzept)
Wird allein mit « bonjour » verwechselt. Das Wort trägt einen starken religiösen Sinn (einer der Namen Gottes: al-Salām) und einen geopolitischen Sinn (Frieden). Der vollständige Gruß al-salāmu ʿalaykum (« Friede sei mit euch ») ist ein Friedenswunsch, kein einfaches « bonjour ». Die rituelle Antwort wa-ʿalaykum al-salām bewahrt diese Dimension.
جِهاد (jihād)
✗ guerre sainte
✓ Anstrengung, Kampf (innerlich oder äußerlich), französisch: « effort » oder « lutte »
Im französischen Mediendiskurs auf « guerre sainte » reduziert. Der primäre Sinn ist die geistige Anstrengung zur Selbstvervollkommnung (jihād al-nafs, « Kampf gegen die Seele »). Die klassische theologische Unterscheidung trennt den « großen Jihad » (innerlich) vom « kleinen Jihad » (Verteidigungskampf). Systematisch mit « guerre sainte » zu übersetzen, ist eine reduktive journalistische Lehnübersetzung.
شيخ (shaykh)
✗ richissime du Golfe
✓ Ältester, Weiser, religiöser oder Stammeswürdenträger
« Cheikh » im Französischen ist zu einem unscharfen Titel geworden, der mit den Vermögen am Golf assoziiert wird (« cheikh du pétrole »). Im Arabischen ist es ein Status des Respekts, der mit Alter, Weisheit, religiöser oder stammlicher Autorität verbunden ist. Kein Zeichen von Reichtum. Je nach Kontext: « ancien », « maître » (religiös), « chef » (stammlich). Im familiären Kontext: « grand-père ».
الذي / التي (alladhī / allatī)
✗ qui / que
✓ qui / que / dont / lequel (je nach Funktion)
Französisch besitzt eine Bandbreite an Relativpronomen (qui, que, dont, lequel, où); das Arabische verdichtet sie zu alladhī (m.s.), allatī (f.s.), alladhīna (m.pl.), al-lātī (f.pl.), die mit dem Bezugswort übereinstimmen. Das Arabische verlangt zusätzlich ein Rückbezugspronomen (ʿāʾid) im Nebensatz, das im Französischen nicht übersetzt wird. Zu vermeidende Lehnübersetzung: « l'homme que je l'ai vu » statt « l'homme que j'ai vu ».